Was ist das Besondere an den THE FRANKFURTER Shootings?
Knut Wörner: „Wenn ich für Magazine arbeite, geht es immer darum Emotionen zu schaffen und eine Idee künstlerisch umzusetzen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Magazins entwickeln wir eine Geschichte, die wir dann mit einem Team aus Stylisten, Make-Up Artists und Models umsetzen. Die THE FRANKFURTER Shootings sind für mich etwas Besonderes, weil wir bewusst einen Großteil der Produktionen in und um Frankfurt realisieren. Am Puls der Stadt zu sein, grandiose Architektur, neue spannende Hotels oder historische Gebäude mit Geschichte zu entdecken ist großartig.“
KI und Fotografie?
„Bevor ich darüber spreche, wie Künstliche Intelligenz die Fotografie verändern wird, schauen wir uns doch einfach einmal an wie wir heute Bilder konsumieren. Social Media überflutet uns täglich mit einer kaum überschaubaren Anzahl visueller Eindrücke. Ein Bild erhält nur wenige Sekunden Aufmerksamkeit. Algorithmen bestimmen, welche Bildsprache erfolgreich ist. Erfolgreiche Looks werden kopiert – aus Vielfalt wird Austauschbarkeit.
Genau dort wird KI an Bedeutung gewinnen: überall dort, wo Bilder austauschbar sind. In der Modefotografie betrifft das vor allem Produkt- und klassische Katalogfotografie. Wenn Preis, Geschwindigkeit und Qualität stimmen, kann KI diese Bereiche in vielen Fällen übernehmen.
Anders verhält es sich bei hochwertigen Editorials und Markenkampagnen. Hier geht es nicht nur um das fertige Bild, sondern um Authentizität, eine unverwechselbare Bildsprache und eine visuelle Identität. Menschen möchten heute wissen: Sind diese Personen echt? Wurde tatsächlich an diesem Ort fotografiert? Nicht zuletzt deshalb gewinnen Behind-the-Scenes- und Making-of-Filme zunehmend an Bedeutung – sie schaffen Transparenz und Vertrauen.
Wohin geht der Trend?
„Ich beobachte einen wachsenden Trend zur analogen Fotografie – insbesondere im Luxussegment. Analoge Fotografie steht, genau wie viele Luxusmarken, für Handwerk, Exklusivität und einen bewussten kreativen Prozess. Hier zählt nicht nur das Ergebnis, sondern auch der Weg dorthin. Man kauft nicht nur das Bild, sondern auch die Geschichte seiner Entstehung.
Ich bin überzeugt, dass sich Fotografie in unterschiedliche Richtungen entwickeln wird. KI wird überall dort an Bedeutung gewinnen, wo Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und kostengünstige Bildproduktion gefragt sind.
Analoge Fotografie und hochwertige fotografische Produktionen werden sich dort behaupten, wo Authentizität, Exklusivität und die persönliche Bildsprache eines Fotografen, einer Fotografin, den entscheidenden Unterschied machen.“