In der aktuellen THE FRANKFURTER Ausgabe berichten wir über ein Projekt, das weit über klassische Kunstinstallationen hinausgeht. Auf dem Frankfurter Uniongelände entsteht derzeit eine neue kulturelle Topografie – ein Zusammenspiel aus Kunstparcours und Widerstandsparcours, das die Besucher auf eine Reise durch Kreativität, Geschichte, Zivilcourage und Hoffnung führt.
Ein Gelände, zwei Pfade – und ein völlig neues Kulturverständnis
Die von Ardi Goldman gegründete Kunst- und Kulturstiftung erschafft auf dem Uniongelände etwas, das in Deutschland einzigartig ist:
eine frei zugängliche Landschaft aus künstlerischen Arbeiten und historischen Erzählungen, die sich zu einer „Topographie der Hoffnung“ verbinden.
Neben dem Kunstpfad „Terra Incognita“, der über 70 internationale und regionale Positionen vereint, liegt der zweite, ebenso bedeutende Strang:
Der „Parcours des Widerstands“ – 118 Geschichten von Mut, Menschlichkeit und Hoffnung
Dieser Pfad erzählt von jenen Menschen, die während der NS-Zeit Widerstand leisteten:
Frauen und Männer, die trotz Lebensgefahr Haltung zeigten, retteten, schützten, aufstanden.
Über 100 Biografien verweben sich zu einer kollektiven Erzählung, die nicht im Museum eingeschlossen, sondern mitten im Alltag erlebbar ist.
Damit entsteht ein Ort, an dem Kunst und historische Erinnerung nicht getrennt existieren – sie wirken gemeinsam, ergänzen sich, stellen Fragen, eröffnen neue Perspektiven.
Eine neue Form der öffentlichen Kultur: sichtbar, begehbar, im Alltag verankert
Kuratorin Celena Jedlicki-Ohmer beschreibt die Vision hinter dem Projekt so:
Die Kunst hier sei kein dekoratives Beiwerk, sondern ein „Mindbomb“-System, das irritiert, berührt, anregt und Perspektiven verschiebt.
Das Besondere:
-
Das Gelände ist 24/7 zugänglich.
-
Kunst und historische Tafeln sind nicht museal isoliert, sondern in den Alltag eingebettet.
-
Besucher:innen bestimmen selbst ihren Weg – keine Dramaturgie, sondern Resonanz.
-
Infosäulen helfen bei der Orientierung und öffnen Zugänge zu immer neuen Entdeckungen.
Die Stiftung schafft damit eine Kulturform, die nicht mehr fragt „Wie bewahren wir Kunst?“, sondern „Wie lebt Kunst mit uns?“.
Hoffnung als verbindendes Element
Künstlerische Arbeiten wie Aylin Langreuters „wild things“ oder Ju Young Kims transformierte Flugzeugteile treten in Dialog mit jenen, deren Mut in der NS-Zeit Leben rettete.
Beide Pfade – der künstlerische und der historische – kreisen um ein gemeinsames Zentrum:
Hoffnung als Kraft, die über Generationen wirkt.
Ardi Goldmans eigene Biografie, geprägt von Verlust, Trauma und Resilienz, bildet das emotionale Fundament des Projekts.
„Kunst ist für mich ein Überlebensmittel“, sagt er – und die Stiftung denkt diesen Satz weiter:
Kunst wird zum Überlebensgedächtnis, zu einem Ort, an dem mutige Taten der Vergangenheit ihren Platz im Heute finden.
Ein Kulturraum, der verbindet – Kunst, Geschichte, Stadt und Menschen
Mit der Fertigstellung 2026 entsteht ein weitläufiger Parcours, der nicht nur Kunst sichtbar, sondern auch Geschichte greifbar macht.
Ein Ort…
-
der inspiriert und irritiert
-
der lokale wie internationale Künstler:innen zusammenbringt
-
der Vergangenheit und Gegenwart verschränkt
-
der Besucher:innen in Dialog, Bewegung und Nachdenken versetzt
-
der zeigt, wie Kultur im urbanen Raum wirken kann
Es ist ein Herzensprojekt, ein mutiges Experiment – und eine Einladung an jede:n, die eigene Resonanz zu entdecken.
Fazit: Die Topographie der Hoffnung ist ein Geschenk an die Stadt
Was hier entsteht, ist mehr als ein Park. Es ist ein lebendiges Archiv, ein künstlerisches Experimentierfeld und ein Erinnerungsraum.
Ein Ort, an dem Menschen, Kunstwerke und Geschichten zu einem Ganzen verschmelzen.
Ein Ort, der sagt: Hoffnung ist nicht abstrakt. Sie lebt in Taten. In Kunst. In Erinnerung. Und sie gehört in unseren Alltag.
Weitere Einblicke über den Kunstparcours "Terra Incognita" findet sich in der aktuellen Ausgabe von THE FRANKFURTER unter: www.the-frankfurter.com.